Wäsche auf dem Dach

Wäsche wird hier noch von Hand gewaschen

Waschküchen in Pakistan befinden sich fast nie im Keller. Auch im Haus der Wunder wird auf dem Dach die Wäsche gewaschen. Das Flachdach ist der perfekte Trockenbereich im Freien, mit viel Platz und Sonne. Jeden Tag wird hier die Kleidung von 40 Frauen gereinigt, ein Prozess, der überwiegend in Handarbeit stattfindet. Die zum Einsatz kommenden Waschmaschinen machen nicht mehr, als lediglich Wasser mit Waschpulver zu vermischen. Mit Hilfe der Bewohnerinnen spülen die Pflegerinnen und Pfleger die Kleidungsstücke, wringen sie aus und hängen sie auf langen Leinen zum Trocknen auf.

Planung des neuen Raumes

Bis vor kurzem war es fast eine Übertreibung, von einer Waschküche zu sprechen (siehe Bild oben). Der Raum auf dem Dach verfügte nur über eine Plastikwanne und eine Waschmaschine, nicht mehr. Durch die Hilfe unserer Spenderinnen und Spender konnten wir den Raum komplett renovieren und in einen optimalen Zustand bringen. Jetzt gibt es dort zwei geräumige Waschbecken, neue Fliesen, einen festen, wasserdichten Boden und einen Abfluss, der verhindert, dass Wasser durch die Decke dringt (siehe unten). Vielen Dank an alle eure Unterstützung für dieses Projekt!

Neue Bäder fertiggestellt

Omid-e Punjab hat sein bisher größtes und teuerstes Projekt erfolgreich abgeschlossen: der Bau neuer Sanitäranlagen für die weiblichen Heimbewohner. Die alten Anlagen wurden abgerissen und an ihrer Stelle moderne Bäder errichtet. Außerdem wurde ein Krankenzimmer gebaut, in dem Patienten untersucht und Arzneimittel ausgegeben werden. Zwischen Planung und Fertigstellung lagen 8 Monate, insgesamt hat das Projekt € 21 200 gekostet. Der Neubau wurde komplett durch private Spenden finanziert, die meisten davon aus Deutschland. Weder staatliche, noch NGO-Gelder sind in das Projekt geflossen. Da alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich tätig sind gab es keine Verwaltungskosten, beziehungsweise wurden diese durch Mitgliedsbeiträge abgedeckt. Jeder einzelne gespendete Cent floss direkt in das Projekt. Hier gibt es Bilder der neuen Anlagen:

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Was lange währt wird endlich gut

Wir haben endlich einen verlässlichen und guten Partner für unsere Renovierung gefunden: die pakistanische Ingenieursfirma ZOR. Seit 1965 hat sie viele Bauprojekte für Botschaften, Schulen, Krankenhäuser und Betriebe durchgeführt. Nach einer langen Planungsphase inklusive einer detaillierte Analyse des Abwassersystems geht es nun mit der Arbeit los.
Was wird gemacht? Die alten Toilettenanlagen im Wohnbereich der Frauen werden abgerissen und neue errichtet. Außerdem wird ein Krankenzimmer gebaut, in dem Patienten behandelt werden können. Die Kosten werden komplett durch Spendengelder aus Deutschland abgedeckt.

Bilder vom Baubeginn: Baubeginn 3

Baubeginn 2

Baubeginn 4

Weihnachts-Spendenaktion: Sanitäranlagen für die Frauen

Dieses Frühjahr hat Omid-e Punjab e. V. die Sanierung der Sanitäranlagen bei den männlichen Bewohnern finanziert. Das hat zu einer radikalen Verbesserung der Hygiene im Heim geführt. Es gab 90% weniger Erkrankungen als im Jahr davor. Jetzt wollen wir die Anlagen im Frauentrakt renovieren! Derzeit gibt es dort zwei Bäder in katastrophalem Zustand:

Toilette im Frauentrakt

Toilette im Frauentrakt

Im größeren Bad wollen wir je drei Toiletten, Duschen und Waschbecken installieren. Das kleinere Bad soll zwei neue Toiletten und Duschkabinen erhalten. Dafür muss ein Teil des Heimes umgebaut werden. Die neuen Sanitäranlagen werden höher gelegt, um die Überschwemmung mit Abwässern zu verhindern. Alle Wände und Fußböden werden gefliest, Toilettensitze und Armaturen vervollständigen die Anlagen. Insgesamt benötigen wir dafür rund 12.000 Euro. Mit unserer Weihnachts-Spendenaktion sammeln wir konkret für diesen Zweck.

Dusche im Frauentrakt

Dusche im Frauentrakt

 

 

Helfen Sie uns jetzt, dieses Ziel zu erreichen!  

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Wir garantieren dafür, dass Ihre Hilfe direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird!

News 08/2014

Im April diesen Jahres hing eine Wolke aus Staub und Lärm über unserem Behindertenheim in Lahore. Es wurde gehämmert und gebohrt, gestrichen und gefließt. In umfangreichen Baumaßnahmen haben wir alle Sanitäranlagen im Trakt der männlichen Bewohner komplett sanieren lassen. Seit der Gründung des Heims vor 17 Jahren war dort nichts verändert worden.

Männertrakt

Männertrakt

Das Abwassersystem war verstopft, oft floss schmutziges Wasser wieder zurück und überschwemmte die Fußböden. Es gab keine Duschen, die Bewohner mussten sich unter einem Wasserhahn waschen. Die Bäder waren offen, so dass die Bewohner im Freien standen und im Winter ungeschützt dem Wetter ausgesetzt waren. Unhygienisch waren auch die Toiletten: stinkende Plumpsklos mit verrotteten Sitzen, umschwirrt von tausenden Fliegen. Jeden Tag teilten sich 45 Bewohner die viel zu kleinen Anlagen. Der Heimleitung und uns war klar, dass sich dieses Problem nur mit einer kompletten Sanierung lösen ließ. Die alten Sanitäranlagen wurden abgerissen und an ihrer Stelle moderne Bäder errichtet. In den neuen Anlagen wurden Duschkabinen, Toilettensitze mit Spülung und Waschbecken installiert sowie Armaturen angebracht. Zudem wurde das Abwassersystem rundum erneuert.
Jeder Cent, den wir in Deutschland gesammelt haben wurde dabei in das Projekt gesteckt. Anfallende Kosten für zum Beispiel unsere Website werden durch Mitgliedsbeiträge getragen. Insgesamt haben wir für die Sanierung exakt 714.000 Rupies, oder 5.381,80 Euro ausgegeben.
Die Bilder der neuen Anlagen sprechen für sich:

Kühlende Sonnenkraft

In heißen Sommernächten ist es vor allem für die Einwohner der überfüllten Vororte von Lahore/Pakistan schwer, Schlaf zu finden. Dort dauern die allgegenwärtigen Stromausfälle manchmal die halbe Nacht. Sobald der Deckenventilator nur ein paar Minuten still steht, erwacht man schweißgebadet. Weder Büsche noch Bäume bieten inmitten von Häusermassen und urbaner Tristesse Schutz vor der Hitze. Niedrige Decken und Betonmauern verhindern, dass sich die Wohnhäuser in der Nacht abkühlen.

Simon und ein Heimbewohner unter einem der neuen Ventilatoren

Simon und ein Heimbewohner unter einem der neuen Ventilatoren

Das „Haus der Wunder“, unser Heim für Menschen mit geistiger Behinderung, liegt in einer solchen Gegend am Stadtrand von Lahore. Für die neunzig Frauen und Männer im Heim waren die Nächte im Sommer bislang nicht nur schwer zu ertragen, sondern oft sogar gefährlich. In den Schlafsälen stieg die Temperatur mitunter bis auf 40 Grad Celsius. Im Sommer 2012 erlagen fünf Bewohner einem Hitzeschlag. Seit diesem Jahr hat sich die Lage vor Ort jedoch grundlegend verbessert. Dank der Unterstützung unserer Spender und der fachmännischen Hilfe eines britischen Ingenieurs konnten wir zwei Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Heims installieren. Sie produzieren täglich zwölf Stunden zusätzlichen Strom. In den Wohntrakten der Männer und Frauen ersetzen nun effiziente LEDs die alten Glühbirnen. Energiesparende Deckenventilatoren helfen ebenfalls, den Energiebedarf zu senken. Dank der neuen Solaranlagen laufen sie die ganze Nacht hindurch – und sorgen so für einen ruhigen, sicheren Schlaf aller Bewohner.

Hoffnung für den Punjab

Im August 2012 besuchte ich erneut unser Hilfsprojekt in Lahore, das Dar ul-Karishma. Der Name bedeutet „Haus der Wunder“ und es übersteigt in der Tat die Vorstellungskraft, wie die Pflegerinnen im Behindertenheim unter schwierigsten Umständen ihre Arbeit leisten. Home for disabled in Pakistan 1Das fängt schon mit der Anfahrt durch die engen Straßen des Slums an, der das Heim umgibt. Vor der letzten Kurve stand das Abwasser ungefähr einen halben Meter hoch. Der Rickschafahrer weigerte sich, durch die graubraune Masse hindurchzufahren, hatte er doch verständlicherweise Angst, dass sein Gefährt dabei beschädigt werden würde. So legte ich die letzten fünfzig Meter zu Fuß zurück, bis zu den Knien in übel riechendem Schlamm watend.
Im Heim angekommen, setzte ich mich mit der Leiterin des Dar ul-Karishma, Schwester Anna Maria, in der Küche zusammen und folgte ihrem Bericht über die Arbeit der letzten Monate. Die 82 Jahre alte katholische Schwester aus Malta war der Erschöpfung nah. Seit zweieinhalb Tagen am Stück hatte das Heim keinen Strom. Ein Transformator auf der Straße war explodiert und bisher hatte sich niemand in der Stadtverwaltung darum gekümmert, ihn zu reparieren. Zu Ehren meines Besuches wurde schließlich der Generator angeworfen, damit zumindest der Deckenventilator lief – ein Luxus, den sich die Home for disabled in Pakistan 2Schwestern aufgrund der hohen Dieselkosten nur selten gönnen. Bereits Anfang Mai setzt in Lahore meist die Sommerhitze mit täglich bis zu 40 Grad im Schatten ein. Seit diesem Zeitpunkt waren fünf Behinderte an Hitzeschlag oder Herzstillstand gestorben, weil die Pflegerinnen sie nicht kühl halten konnten.

Eine stabile Energieversorgung zu garantieren hat deshalb im Moment höchste Priorität. Ich erzählte Schwester Anna Maria von den Erkundigungen unseres Vereins bei verschiedenen Solarfirmen. Wir hoffen, das eine dieser Firmen sobald wie möglich das Heim besuchen und einen Energiebericht samt Kostenvoranschlag für eine Solaranlage erstellen kann. Außerdem überreichte ich Schwester Anna 650 Euro an Spendengeldern, die wir an der Universität Oxford gesammelt haben. Mit den Spendengeldern werden neue Decken, Bettwäsche und warme Kleidung für den Winter gekauft. In der kalten Jahreszeit kann die Temperatur in Lahore bis auf 5 Grad Celsius sinken, und es gibt im gesamten Wohnheim keine Heizung.
Schwester Anna und ihre Mitarbeiterinnen zeigten mir auch den hauseigenen Garten, in dem sie frisches Obst und Gemüse anpflanzen – eine grüne Oase in einem Stadtviertel, das von Plastikbeuteln und anderem Müll übersät ist. 04 Behindertenheim PakistanAls wir die Bewohner in den Wohntrakten besuchten erkannte ich viele Gesichter vom letzten Jahr wieder. Die Männer und Frauen konnten sich ebenfalls an mich erinnern und fingen an zu tanzen und zu singen, als ich sie besuchte. Welch ein Ausdruck von Lebensfreude und Hoffnung angesichts solch schwieriger Umstände!

Vielen Dank für eure Unterstützung! Mit herzlichen Grüßen aus Lahore – euer

Simon (mit Maria, Ekatharina, Thomas, Angela, Torsten, Lukas und Alex)